„Was macht eigentlich“? – Folge 6: Carsten Schlotmann

Carsten Schlotmann (links) mit DHB-Jugendsprecher Andreas Heßelmann

Moin Schloti! Lange Jahre warst Du das „Oberhaupt“ der Abteilung Handball des TuS. Ich würde sogar so weit gehen und sagen dass Du der Vater des derzeitigen Erfolgs bist, der den Grundstein gelegt hat. Manche Leute kennen Dich aber vielleicht nicht, oder nicht mehr. Stell Dich doch einmal vor!

Gerne, ich bin inzwischen 51 Jahre jung und arbeite als Redakteur. Ich bin Junggeselle und habe keine Kinder; zumindest keine, die sich mir bis heute vorgestellt haben.

Was war Dein schönstes Erlebnis in den Reihen des TuS?

Spontan fallen mir die ersten Public Viewing-Veranstaltungen Fußball am „Westpoint“ ein, das Gastspiel des ehemaligen Handball-Bundesligisten Wilhelmshavener HV in der Edenhalle, der mit dem damaligen Coach und späteren Frauen-Bundestrainer Michael Biegler nach Sulingen gekommen war, unsere Beteiligungen an den Weihnachtsmärkten der Initiative, aber genauso die Gründungen des ehemaligen Arbeitskreises Öffentlichkeitsarbeit, des Fanclubs Green-White-Energy, des Fördervereins und die der Inklusionsgruppe. Ein „schönstes“ Erlebnis an einem Ereignis festzumachen, fällt mir schwer. Es waren eigentlich immer die Kontakte zu den Menschen, die Prozesse gestalten und den Handballsport für mich ausmachen. Kurzum: Es war eine tolle Zeit beim TuS.

Wer waren deine größten Förderer, wer deine größten Widersacher im Handball?

Förderer gibt es viele, Widersacher eigentlich nur einen, nämlich den Faktor Zeit. Es gibt nach wie vor jede Menge Ideen, die darauf warten, umgesetzt zu werden. Was fehlt, sind die Ressourcen. Förderer hatte ich einige; überwiegend aber von außerhalb der großen TuS-Familie. Da ist der ehemalige Handball-Kreis-Vorsitzende Dieter Lindenberg, der mich als Vertreter des Kreises gerne nach Hannover zum Landesverband geschickt hat. Wolfgang Ullrich, Ehrenpräsident des Handball-Verbandes Niedersachsen, sein Nachfolger Stefan Hüdepohl und unter anderem auch HVN-Geschäftsführer Gerald Glöde, die dafür gesorgt haben und auch immer noch dafür sorgen, dass ich über Freiräume und Kompetenzen verfüge, um auf Landesverbandsebene Prozesse mitzugestalten. Dafür bin ich dankbar. Vergessen möchte ich nicht den Ex-DHB-Präsidenten Bernhard Bauer, der mir die Türen zu den Gremien des Deutschen Handballbundes geöffnet hat, und den aktuellen Präsidenten Andreas Michelmann. Ich schätze die Gespräche mit Andreas; auch wenn wir nicht selten uneins sind. Wer war dein ständiger Begleiter beim Handball? Mit einer der engsten Verbündeten in meiner Zeit beim TuS war sicherlich Timo Helander. Timo war für mich lange Zeit einer der Aktivposten der Sulinger Handballer. Wichtigste Ratgeberin aber ist Wiebke Wall. Wiebke hat ein Wahnsinns-Gespür dafür, was die Leute wirklich bewegt und verfügt über ein Höchstmaß an sozialer Kompetenz. Wenn man auf Landes- oder auch Bundesebene unterwegs ist, fehlt oft die Zeit, unmittelbare Kontakte zur Basis zu pflegen; sprich zu den Vereinen, zu den Mannschaften und auch den Sportlern selbst. Ich frage auch heute noch Wiebke regelmäßig um Rat. Ihre Tipps schmecken zwar nicht immer, holen einen dafür aber auf den Boden der Tatsachen zurück. Das ist gut so. Der Handball hat Dich auch jetzt noch fest im Griff.

Du bist im HVN stark involviert und engagiert. Beschreibe doch einmal was Du alles machst.

Beim Handball-Verband Niedersachen bin ich im Wesentlichen für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig; bin dabei auch Mitglied des Präsidiums. Bedingt durch Teilnahme an den Sitzungen bleibt die Nähe zu den unterschiedlichen Gremien nicht aus. Mein größter Fehler ist, dass ich mich in den Beratungen nur selten zurückhalten kann und nur allzu gerne meinen Beobachter-Posten verlasse. Im Ergebnis steckst du mittendrin in den Prozessen. Die Gefahr dabei ist, dass man sich schnell verzettelt und auf mehreren Hochzeiten gleichzeitig tanzt. Der Tag hat eben nur 24 Stunden. Beim Deutschen Handballbund gehöre ich zum Mitarbeiterstab von Pressesprecher Tim-Oliver Kalle; als Medienkoordinator Landesverbände und als Begleiter von Maßnahmen und Projekten in den Bereichen, die nicht unmittelbar im Zusammenhang mit dem Leistungssport nach der Agenda 2020plus stehen. Das war mal der Bereich Beachhandball. Das sind heute noch die Bereiche Jugend, Mitgliedergewinnung, Inklusion und Gender. Das sind total spannende Aufgabenbereiche. Im Sommer hat mich der DHB in die Jugendkommission berufen, in der ich mich mit um die Verbands- und Vereinsentwicklung kümmern darf. Bei den kontinuierlich sinkenden Mitgliedszahlen in den Vereinen sicherlich eine echte Herausforderung. Verfolgst Du die Ergebnisse des TuS weiterhin? Klar, Blicke auf die aktuellen Ergebnisseiten in nuLiga und ein Halt auf den Internetseiten der Sulinger Handballer beim Spaziergang durch das Internet sind Pflicht.

Wie siehst Du die Entwicklung des TuS?

Ich freue mich für Abteilungsleiter Michael Rethorn und Mitstreiter über die Erfolge der Herren und hoffe, dass auch die Frauen bald nachziehen. Begeistert wäre ich, wenn ich die Namen von Talenten des TuS auf den Kaderlisten der Auswahlmannschaften des Handball-Verbandes Niedersachsen oder sogar des Deutschen Handballbundes entdecken würde. Ich vertrete die Auffassung, dass an Leistung orientierte Jugendarbeit nicht nur Spaß macht, sondern auch langfristig der Schlüssel zu einer positiven Mitgliederentwicklung ist. Voraussetzung dafür ist die Qualifizierung der Trainer, aber da hat sich der TuS ja schon auf einen guten Weg gemacht.

Beschreibe den TuS mit drei Worten: Familie, Ehrlichkeit, Edenhalle

Wann sieht man Dich das nächste Mal in der Edenhalle?

Spätestens im Frühsommer kommenden Jahres, wenn die Inklusionshandballer um Martina Zimmermann und Wiebke Wall ihr erstes Turnier ausrichten.

Jetzt noch ein paar kurze ODER-Fragen und dann bist Du erlöst:

Willy oder Ute? Ute, der Nachbarschaftspflege wegen.

Bier oder Mixi? Mixi.

Pizza oder Gyros? Das kombiniere ich gerne.

Brokser Markt oder Reload Festival? Festival, um Sulinger Handballer zu treffen.

Danke für das ausführliche Interview Schloti und bis hoffentlich bald mal wieder!

 

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